Kaum ein Dokument sorgt beim Verkauf für so viel Unsicherheit wie der Energieausweis. Dabei sind die Regeln überschaubar.
Wann Sie einen brauchen
Sobald Sie eine Immobilie verkaufen oder vermieten, brauchen Sie einen gültigen Energieausweis. Ausgenommen sind im Wesentlichen Baudenkmäler und sehr kleine Gebäude unter 50 Quadratmetern Nutzfläche. Ein Ausweis gilt zehn Jahre, danach brauchen Sie einen neuen.
Verbrauch oder Bedarf: der Unterschied
Der Verbrauchsausweis beruht auf den Heizkostenabrechnungen der letzten drei Jahre. Er ist günstiger, hängt aber davon ab, wie die bisherigen Bewohner geheizt haben. Wer sparsam heizt, lässt das Haus besser dastehen, als es ist.
Der Bedarfsausweis berechnet den Energiebedarf aus dem Gebäude selbst, also aus Dämmung, Fenstern und Heizung. Er ist aufwendiger, hängt dafür nicht vom Heizverhalten ab und sagt Käufern deutlich mehr.
Für ältere Wohngebäude mit bis zu vier Wohnungen, deren Bauantrag vor dem 1. November 1977 gestellt wurde und die seitdem nicht entsprechend energetisch saniert wurden, ist der Bedarfsausweis Pflicht. In allen anderen Fällen können Sie wählen.
Was in die Anzeige gehört
Liegt ein Ausweis vor, müssen bestimmte Angaben schon in jeder Immobilienanzeige stehen, nicht erst im Exposé:
- die Art des Ausweises (Bedarf oder Verbrauch)
- der Endenergiebedarf beziehungsweise -verbrauch in kWh pro m² und Jahr
- der wesentliche Energieträger der Heizung
- das Baujahr des Gebäudes
- die Energieeffizienzklasse
Fehlen diese Angaben, ist das eine Ordnungswidrigkeit mit einem Bußgeld von bis zu 10.000 Euro. Außerdem mahnen Wettbewerber und Verbraucherschutzverbände unvollständige Anzeigen ab.
Vorlegen bei der Besichtigung
Spätestens bei der Besichtigung müssen Sie den Ausweis von sich aus vorlegen. Der Interessent muss nicht danach fragen. Kommt es zum Verkauf, übergeben Sie das Original oder eine Kopie.
Wer stellt ihn aus, und was kostet er?
Ausstellen dürfen ihn unter anderem Energieberater, Architekten, Ingenieure und Handwerksmeister mit entsprechender Qualifikation. Ein Verbrauchsausweis kostet meist einen niedrigen dreistelligen Betrag. Ein Bedarfsausweis ist teurer, weil jemand das Gebäude aufnehmen muss.
Haben Sie noch keinen, kümmere ich mich im Rahmen der Vermarktung darum, damit der Verkauf nicht an einem fehlenden Dokument hängt.